| 1961 schrieb
Albert Schweitzer im fernen Urwaldwinkel Lambarene: "In
der Menschheitsgeschichte von heute handelt es sich darum,
ob die Gesinnung der Humanität oder die der Inhumanität
zur Herrschaft gelangt. Wenn es die der Inhumanität ist,
die nicht darauf verzichten will, unter Umständen von den
grausigen Atomwaffen, die heute zur Verfügung stehen, Gebrauch
zu machen, ist die Menschheit verloren. Nur wenn die Humanitätsgesinnung,
für die solche Waffen nicht in Betracht kommen, die Gesinnung
der Inhumanität verdrängt, dürfen wir hoffend in die Zukunft
blicken... die Gesinnung der Humanität hat heute weltgeschichtliche
Bedeutung.
Das gilt im Jahre 1999 nicht weniger als vor 38 Jahren.
Im Gegenteil. Seither ist das atomare Zerstörungspotential
dermaßen angewachsen, dass es ausreicht, die Erde einige
duzend Mal zu verwüsten.
Das Ende des Kalten Krieges hat diese Situation nicht
wesentlich verändert. Es eröffnet jedoch die vielleicht
einmalige Chance, die Atomwaffen weltweit zu beseitigen
und zu ächten. Dieses Ziel hat sich die Kampagne "Abolition
2000" gesetzt. "Abolition 2000" ist ein
weltweites Netzwerk von über tausend Friedensinitiativen
und Nichtregierungsorganisationen, das bis zum Jahre 2000
eine Völkerrechtskonvention zustande bringen will, in
der sich die Regierungen verpflichten, sämtliche Atomwaffen
zu beseitigen sowie ihre Herstellung, Aufstellung und
ihren Einsatz völkerrechtlich zu verbieten.
Im Rahmen dieses Netzwerks haben sich die Friedensorganisationen
in Deutschland zu der Kampagne "Atomwaffen abschaffen
- bei uns anfangen" zusammengeschlossen. Zu diesem
Aktionsbündnis gehört auch die EUCOMmunity.
Über die Kampagne und die EUCOMmunity berichtet das im
November letzten Jahres erschienen Buch. Es liefert das
argumentative Rüstzeug für die politische Auseinandersetzung
um die Atomwaffenfrage und macht eine Vielzahl von Vorschlägen
für alle, die sich in dieser Auseinandersetzung, die Schweitzer
mit Recht eine Frage von weltgeschichtlicher Bedeutung
nannte, engagieren wollen.
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